Aufschlag 2016 – Agenda 2030 der Vereinten Nationen

Europa & Außen

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Vorsitzende des Marie-Schlei-Vereins, MdEP a.D. nimmt zu einem der 17 Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen Stellung, in dem es um die Erreichung der Geschlechterungerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen geht.

 

2016 bringt neue Herausforderungen.Über der Willkommenskultur zu Flüchtlingen in Deutschland und Europa darf nicht vergessen werden, dass die meisten Flüchtlinge nicht freiwillig kommen Sie werden vertrieben von Krieg und Gewalt. Dazu kann Entwicklungzusammenarbeit kurzfristig nichts beitragen. Im Nahen Osten wird Frieden gebraucht . Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist nichts.

 

Aber es gibt viele, die kommen, um Armut, Hunger und Gewalt zu entfliehen. Da setzt die Arbeit des Marie-Schlei-Vereins an. Wir wollen mit Frauen in Entwicklungsländern dazu beitragen, dass menschenwürdiges Leben in Entwicklungsländern möglich ist.

 

2016 beginnt ein neues Engagement der UN-Weltgemeinschaft für nachhaltige Entwicklung. Die UN-Agenda 2030 und der Weltklimagipfel in Paris 2015 verfolgen gemeinsam das Ziel, den Planeten Erde für uns und zukünftige Generationen zu retten. Gleichzeitig sind beide Teile eines neuen Weltordnungsrahmens existentiell für die Bekämpfung von Fluchtursachen, weil Nachhaltigkeit sowohl sozial, ökologisch, okonomisch und kulturell definiert wird. Der internationalen Vernetzung der Frauenverbände und Frauengruppen ist es gelungen, die Geschlechterungerechtigkeit und die Selbstbestimmung der Frau als Ziel 5 zu verankern. Die UN-Mitgliedsstaaten verpflichten sich, die politische und wirtschaftliche Macht gleichberechtigt in die Hände von Frauen zu legen, die Eigentumsrechte und insbesondere die Landtitel der Frauen durchzusetzen, den gleichberechtigten Zugang von Frauen und Männern am Zugang zu Ressourcen zu sichern und Gewalt gegen Frauen abzuschaffen.

 

2016 plagen Frauen weltweit wie in den Entwicklungsländern vergleichbare Ungerechtigkeiten, Ungleichkeiten und Diskriminierungen. Deswegen ist Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern auch so komplex: es müssen gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Machtverhältnisse geändert werden. Eine kleine Nichtregierungsorganisation wie der Marie-Schlei-Verein knüpft an Aktivitäten von Frauengruppen in ländlichen Gebieten und Elendsvierteln an, die Hoffnung auf Zukunft zu entwickeln. Es geht um eine nachhaltige, sozial und ökologisch verträgliche Zukunft, die Frauen mitgestalten wollen. Sie sind diejenigen die ihre Familien versorgen und ungesichert sind, wenn es um Kranken- und Sozialschutz geht. Der Zugang zu sozialen Grunddienstleistungen ist ein Menschenrecht, das auch Frauen zugesichert werden muss.

 

Die Regierungen dieser Welt haben 2015 ein Ende der Geschlechterungerechtigkeit versprochen. Mit der neuen UN-Nachhaltigkeits-Agenda muss es sichtbare Fortschritte geben. Frauen in Entwicklungsländern brauchen mehr als Worte. Worte füllen keine Körbe – so ein afrikanisches Sprichwort. Der Marie-Schlei-Verein sieht die Talente und Kapazitätslücken bei Frauen in Entwicklungsländern. Die Frauenausbildungsprojekte des Marie-Schlei-Vereins in Landwirtschaft, Handwerk oder Dienstleistungen sind Brücken für Frauen zu Integration in die Gesellschaft, zur Armutsbekämpfung und zu einem neuen gleichberechtigten Selbstbewußtsein zwischen Frauen und Männern.

 
 

WebsoziCMS 3.8.9 - 165742 -

WebSozis

Besucher:165743
Heute:13
Online:1