Eine nachhaltige Entwicklung ohne Frauen ist nicht möglich

Frauen

Der 100. Geburtstag von Marie Schlei ist Erinnerung und Mahnung:

 

die Gleichstellung von Männern und Frauen ist nicht erreicht. Auch nicht in Entwicklungsländern. Deswegen werden auch im Zusammenhang mit der Umsetzung der UN-Agenda 2030 Genderkonzepte und Gender- Aktionspläne gebraucht. Auch Deutschland muss sich mehr bewegen.

Marie Schlei war die erste Entwicklungsministerin von Deutschland und machte Furore in Deutschland und international, weil sie erkannte, dass die öffentliche Entwicklungshilfe den Frauen zusätzlich schadet und ihnen nicht nützt. Ihr Genderkonzept für die Entwicklungszusammenarbeit kannte das Gender Empowerment noch nicht, sah aber in der Frauenförderung den Schlüssel für Entwicklung, für Gleichberechtigung und zur Überwindung und Unterentwicklung. Sie war eine erfolgreiche Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin und galt als Berliner Mutter Courage.

 

Sie war erfolgreich in der Aufstockung des Etats für Entwicklungszusammenarbeit. Sie war es, die international, europäisch und national ein entwicklungspolitisches Programm für Frauen entwickelte und dabei berücksichtigt wissen wollte, welche Wirkungen Entwicklungszusammenarbeit auf Frauen hatte.

 

Noch heute wissen wir, eine nachhaltige Entwicklung kann ohne die Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht gelingen. Sie forderte 1976 nicht nur die Hälfte des Himmels, sondern die Hälfte der Konferenztische für Frauen.

 

1984 wurde zur Erinnerung an sie von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen mit Unterstützung von Gewerkschafterinnen der gemeinnützige Marie-Schlei-Verein gegründet.

 

Ziele des Vereins sind „die Förderung der Zusammenarbeit mit armen Frauen und Frauenorganisationen, der Ausbildung von Frauen, der Gleichstellung von Frau und Mann und die Völkerverständigung“.

 

Schätzungsweise 100 000 Frauen wurden als Ökobäuerinnen, Bäckerinnen, Blumen-, Pilz-, Tier- und Fischzüchterinnen, Handwerkerinnen, Genossenschaftlerinnen, Kleinstunternehmerinnen beruflich qualifiziert.

 

In einer Festveranstaltung am Dienstag, 26. November 2019, 18:00 – 21:00 Uhr, GIZ-Repräsentanz Berlin, Reichpietschufer 20 | 10785 Berlin wird der Marie Schlei Verein an die Wegbereiterin einer Umstrukturierung der Entwicklungshilfe erinnern.

 
 

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