„Pflegeberufe brauchen mehr Wertschätzung“

Senioren

Franz Linzmeier und Franz Wölfl sprachen bei der SPD-Arge „60 plus“


„Um mehr gesellschaftliche Wertschätzung für Menschen, die sich um Kinder und Senioren kümmern, zu erreichen, ist noch viel Aufklärungsbedarf notwendig“. Das erklärte Gerhard Wick, Vorsitzender der SPD Arbeitsgemeinschaft „60 plus“, bei deren Veranstaltung im Landshuter AWO-Saal. Und dabei stehe nach seinen Worten die Gesellschaft angesichts der demographischen Entwicklung vor einer ihrer größten Herausforderungen.

Die Berichterstattung bei dieser Veranstaltung eröffnete Franz Linzmeier, der bei der Stadt Landshut unter anderem Senioren- und Behinderten-Beauftragter sowie für die Heimaufsicht zuständig ist. Im einzelnen skizzierte er auch sein vielfältiges Aufgabengebiet und die Angebote für die Senioren. Demnach gebe es eine Vielzahl von Anbietern in der „Seniorenarbeit“.

Hilfen im Alltag und ambulante Pflege- und Besuchsdienste sind, so der Referent, nur einige der Angebote für die Senioren. „Einen hohen Stellenwert für die Senioren habe nach wie vor die Tageszeitung, um informiert zu werden“, gab Franz Linzmeier zu bedenken. Weiter erwähnte er, dass in der Stadt Landshut aktuell 1200 Altenheimplätze vorhanden seien. „Ein zu geringes Angebot bestehe bei Kurzzeit Pflegeplätzen“.


Im Verlauf seiner Ausführungen kam der Referent auch noch auf „Vorsorge- und Betreuungs-Vollmachten“ zu sprechen. Den Senioren empfahl Franz Linzmeier, rechtzeitig diese Vollmachten schriftlich abfassen zu lassen. „Im zunehmenden Alter ist man – wegen einer Erkrankung – oft nicht mehr dazu in der Lage“.

„Wir sind ein parteiunabhängiges Gremium“. Mit dieser Aussage bewertete Franz Wölfl, Vorsitzender des städtischen Seniorenbeirats und zugleich des Landesseniorenbeirats, die Stellung dieser beiden Organisationen. Nach seinen Angaben seien die Sprechstunden, die der Seniorenbeirat in Landshut anbietet, recht gefragt, der sich auch mit vielfältigen Themen wie „Wenn die Rente nicht reicht“, die „Altersmedizin am Klinikum“ und die politische Wissensbildung beschäftige. Deshalb werde versucht, auch  eine Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2020 mit allen OB-Kandidaten zu erreichen.

Die Gewinnung ausländischer Pflegekräfte unter anderem in Mexiko, wie es Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt hat, sieht Franz Wölfl nicht unbedingt als den richtigen Weg, um hier dem Mangel begegnen zu können. Statt dessen müssten nach seiner Überzeugung die Altenpflegeberufe für inländische Arbeitnehmer attraktiver gestaltet werden. Weiter plädierte er dafür, die kommunale „Alten-Politik“ nicht nur als freiwillige Leistung, sondern als Pflichtaufgabe vorzusehen. Seine Aussagen zusammenfassend, resümierte der Beiratsvorsitzende: Die „beste Senioren-Politik“ist, wenn eine gute „Bildungs- und Arbeitsmarkt-Politik“ den Menschen entsprechende Einkommens-Chancen eröffne und damit später auch eine auskömmliche Rente sichere.

Berichterstatter Josef Sehofer

Veranstaltung vom 9.10.2019
 

 
 

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