Spiel mit offenen Karten – wie Transpararenz allen nutzt !

Europa

Wie Transparenz im Unternehmen allen Akteuren der Wirtschaft nutzen kann, war Thema eines Forums zum Equal Pay Day am 11. März 2015 im Leeren Beutel in Regensburg. Wobei der Lohn des Einzelnen immer noch das bestgeschützte Geheimnis eines Betriebes ist.

. Gleicher Job, gleiche Qualifikation, gleiche Leistung – weniger Lohn. Laut Statistischem Bundesamt betrage der Abstand zwischen Männern und Frauen beim Bruttolohn im Schnitt acht Prozent, sagte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer Grußrede zum Regensburger Forum anlässlich des Equal Pay Days 2015. „Betrachtet man die gesamte Verdienststruktur fällt der Unterschied noch extremer aus. Letztes Jahr haben Frauen sogar 22 Prozent weniger verdient als Männer“, so die zweite Bürgermeisterin.

Spiel mit offenen Karten! Was verdienen Männer und Frauen!“ ist das diesjährige Motto des Equal Pay Days, das Schwerpunktthema ist Lohntransparenz. „Nur wenn Frauen und Männer wissen, was innerhalb ihres Unternehmens in vergleichbarer Position verdient wird, können sie die eigenen Gehaltsforderungen überzeugend vertreten“, sagte Christel Riedel, Projektleiterin des Forums Equal Pay Day in ihrer Eröffnungsrede im Leeren Beutel. „Lohntransparenz ist eine zentrale Voraussetzung, um die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu schließen“, so Riedel.

. Anselm Bilgri, ehemaliger Prior des Klosters Andechs und Unternehmensberater führte aus, dass seit der Finanzkrise 2008 Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren gegangen seien. Der Ruf nach Transparenz sei die Gegenbewegung dazu. Transparenz in Unternehmen, führe langfristig zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Er zeigte anhand der goldenen Regel auf, wie die Unternehmenskultur gelebt werden kann: „Alles, was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen.“ oder andersherum „Alles, was du nicht willst, das man dir zufügt, das füge auch ihnen nicht zu!“

Lohntransparenz sei ein ethischer Wert und Merkmal fortschrittlicher Unternehmenskultur, so Bilgri. Eine daraus resultierende Entgeldgleichheit führe zu besserem Betriebsklima und zu „nachhaltigem Erfolg“. Denn eine Unternehmenskultur, die Mann und Frau gleichermaßen wertschätze, profitiere langfristig, sagte der Wirtschafts-Ethiker. „Talente, die vorhanden sind, müssen gefördert werden“, meinte Bilgri abschließend. Dabei dürfe das Geschlecht keine Rolle spielen.

Die Lohnlücke zwischen Mann und Frau bezeichnete Bilgri als „nicht eingelöste Gleichberechtigung“. Die vom Bundestag verabschiedete Quotenregelung sei ein erster Schritt in die richte Richtung, sagte der ehemalige Prior. Traditionelle Rollenzuweisungen sollen laut des Wirtschaftsethikers einer ebenbürtigen Partnerschaft weichen.

Eine lebhafte Diskussion u.a. mit Irene Weininger, Betriebsratsvorsitzende bei Osram, Regensburg, Birgit Mogler, Systemische Organisationsberaterin, Frauke Ewert, Personalleiterin der VR Leasing Gruppe, Christel Riedel schloss sich an.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Business Professional Women Regensburg in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund und der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

 
 

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