Ute Kubatschka mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Landshut ausgezeichnet

Allgemein

Im Rahmen des Sommerempfangs der  Stadt Landshut wurde Ute Kubatschka für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Goldenen Bürgermedaille  Dank und Anerkennung der Stadt von Oberbürgermeister Hans Rampf ausgesprochen. Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement lag und liege vor allem im politischen, sozialen und kulturellen Bereich.

Viele Erfahrung prägten den Lebensweg von Ute Kubatschka. 1941 in Stadt Olbersdorf  Sudetenland, heute Tschechische Republik, geboren, faszinierten die Tiere im elterlichen Hof und das Wasser im Mühlgraben, welches das große Mühlrad des Sägewerks beim Großvater antrieb, das kleine Mädchen. Die Erinnerung an das Goldoppatal währte nur kurz, denn im Januar 1946 erfolgte die Vertreibung der Familie aus Ihrer angestammten Heimat, die Familie kam zunächst nach Velden/Vils, im damaligen Landkreis Vilsbiburg. Da es in Velden aber kaum Arbeitsplätze gab, erfolgte 1950 der Umzug in den Fliegerhorst Obertraubling, heute Neutraubling bei Regensburg. Die Großeltern von Ute Kubatschka hatten bereits 1947 dort in der Ruine eines ausgebombeten Kasernengebäudes ihren alten Handwerksbetrieb wieder aufgebaut. 5 Jahre lebte die Familie in dem ausgebombten Gebäude bis sie 1955 in das, mit aus den Trümmern geholten und sorgfältig geputzten Ziegelsteinen,  neu erbaute Haus einziehen konnte.  Seit damals weiß Ute Kubatschka was es heißt „bei Regen und Schneeschmelze kein Dach über dem Kopf“ zu haben.

 

Nach dem Schulabschluss mit der Mittleren Reife an der Städt. Handelsschule für Mädchen in Regensburg zog es sie zwei Jahre in die Ferne. Zunächst für

1 Jahr nach  Coventry / England und anschließend nach Paris / Frankreich. In diese Zeit fällt auch ihr erstes ehrenamtliche Engagement beim Internationalen Zivildienst. 1964 erfolgte die Heirat mit Horst Kubatschka und der Umzug nach Landshut.

Politik wurde Ute Kubatschka in die Wiege gelegt, über Politik wurde in der Familie immer geredet.  Als 1951 die Gemeinde Neutraubling gegründet und das erste Kommunalparlament gewählt wurde, wurde ihr Großvater für die SPD in den Gemeinderat gewählt, in den beiden nachfolgenden Perioden fungierte er als 2. Bürgermeister. Die Erinnerung an den Krieg waren noch frisch, die Trauer um die verlorene Heimat groß, aber jetzt ging es um den Wiederaufbau, eine neue Heimat finden und – nach zwei Kriegen endlich in Frieden leben zu können. „Aber Frieden kommt nicht von allein, dafür muss man was tun – sich in die Politik einmischen“, so das Credo ihres Großvaters.

Ute Kubatschka hat sich diese Erfahrungen zu eigen gemacht und sich ehrenamtlich am meisten in der SPD engagiert:

1. Mai 1966 Eintritt in die SPD, aktiv bei den Jungsozialisten, davon mehrere Jahre im Juso Landesausschuss.

1971 – 1995 ASF-Vorsitzende Stadt Landshut (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen)

1974 -  1994 ASF- Bezirksvorsitzende Niederbayern/Oberpfalz, seit der Trennung der Bezirke 1991 in  Niederbayern. In diesem Zeitraum gehörte sie auch dem Bundesausschuss der AsF an.

1994 – 2004 Mitglied im Bundesvorstand der ASF als Vertreterin für Bayern

1991 – 2001 SPD Ortsvereinsvorsitzende Landshut Wolfgangsiedlung

1975 - 1994  Mitglied im SPD Bezirksvorstand Niederbayern/Oberpfalz, davon 10 Jahre Mitglied im Parteirat auf Bundesebene

1977 – 2007 Mitglied im SPD Landesvorstand, davon  10 Jahre Präsidiumsmitglied.

Während dieser Zeit auch langjährige Mitgliedschaft im Vorstand der SPD Landshut Stadt sowie im SPD Unterbezirk Landshut/Kehlheim.

Ausdauer und Hartnäckigkeit bewies Ute Kubatschka bei politischen Themen, wie zum Beispiel beim Ausstieg aus der Kernenergie. Die ersten Anträge dazu formulierte sie bei den Jungsozialisten Anfang der 70er Jahre mit der Begründung „solange wir nicht wissen wohin mit dem Müll, können wir den Schrott nicht produzieren“. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung ebenso wie beim langwierigen Kampf um die Fristenlösung beim § 218.

1989 bewarb sich Ute Kubatschka erstmals für ein politisches Mandat und kandidierte für das Europäische Parlament, allerdings nur ehrenhalber, da es kein aussichtsreicher Platz war.

1996 wurde Ute Kubatschka  in den Stadtrat gewählt, dem sie 18 Jahre angehörte. Ihre Schwerpunkte lagen im Bereich Umwelt und Energie, in der Verkehrspolitik stand das Fahrrad im Fokus. Auch der Kultur gehört ihre große Leidenschaft  und sie war gerne in dieser Zeit als Vertreterin der SPD Fraktion im Stiftungsrat der Fritz und Maria Koenig Stiftung tätig.

Auch den Bereich Frauenpolitik und Soziales hat sie stets zuverlässig bearbeitet.  Die Arbeit im Liegenschaftssenat war für sie ein neues Aufgabenfeld in das sie sich aber schnell einarbeitete und auch gerne wahrnahm. Mehrere Jahre war sie stellv. Fraktionsvorsitzende. In folgenden, vom Oberbürgermeister eingesetzten Projektgruppen, war Ute Kubatschka durchgehend tätig: Runder Tisch Mobilfunk, Energieforum, AG gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Während ihrer Stadtratstätigkeit wurde sie auch vom SPD Landesvorstand als Mitglied in den Landesvorstand der SGK – Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik – berufen, die letzten Jahre wurde sie als Vertreterin aus Niederbayern in das Gremium gewählt.

Durch ihre politische Arbeit kam Ute Kubatschka aber auch zu weiteren Ehrenämtern. Anfang der 70er Jahre stellte sie fest, dass im Bayerischen Rundfunk regelmäßig Berichte über die Verbraucherzentrale Bayern erfolgten, dass Niederbayern aber nie erwähnt wurde. Sie setzte sich mit der Verbraucherzentrale in München in Verbindung und vereinbarte einen Gesprächstermin. Wieder in Landshut zurück begeisterte sie zwei weitere Frauen, die zusammen mit ihr als ehrenamtliche Preisermittlerinnen für die Verbraucherzentrale tätig wurden. Gleichzeitig schrieb sie einen Antrag auf Einrichtung einer Verbraucherzentrale in Landshut, diesen Antrag gab sie ihren Ehemann mit in die SPD-Fraktion.  Natürlich wurde dieser Antrag von 1974 nicht gleich beschlossen. Also schrieb Ute Kubatschka regelmäßig Presseberichte über die Ergebnisse der Preiserhebungen in Landshut, um die Verbraucherzentrale bekannt zu machen. Zusätzlich organisierte sie Veranstaltungen zur Verbraucherpolitik und als Höhepunkt eine Podiumsdiskussion mit der Landesvorsitzenden der Verbraucherzentrale Bayern, Frau Schaffranek. Es dauerte vier Jahre bis im Jahr 1978 die Verbraucherzentrale in Landshut eröffnet wurde. Ute Kubatschka  selbst war fast 25 Jahre als Preisermittlerin tätig.

Die Errichtung von Frauenhäusern war längst in der Politik angekommen und es waren viele Erfolge zu verzeichnen, nur in Landshut biss man auf Granit. Also suchte man neue Wege und nach langer Vorbereitungszeit wurde 1982 die Frauenhausinitative Landshut gegründet. Ute Kubatschka war Mitbegründerin und Motor dieser Initiative und hat bis zur Gründung der Frauenhäuser im Jahr 1992 die Arbeit nachdrücklich vorangetrieben.

Das Fahrrad ist für Frau Kubatschka das liebste Fortbewegungsmittel und wen verwundert es da, dass sie auch Gründungsmitglied des ADFC – Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club – ist. Seit 1996 leistet der ADFC gute Arbeit für das Fahrradklima in unserer Stadt und Ute Kubatschka ist noch immer als stellv. Vorsitzende im Verein tätig. Beim Stadtradeln hat das Team „ADFC Utes rote Flitzer“ jedes Mal eine Auszeichnung in Gold errungen.

Seit 1970 ist Ute Kubatschka Mitglied der Arbeiterwohlfahrt. All die Jahre hat sie den Verein ideell und finanziell unterstützt und sie ist heute aktiv als Mitglied im Ortsvorstand der AWO tätig.

Ihre Erfahrungen aus Kindertagen haben Ute Kubatschka auch gelehrt, das man Dinge, die man nicht mehr braucht, nicht unbedingt wegwerfen muss. Und als vor über 30 Jahren der Frauenstammtisch der Auferstehungskirche die Idee hatte, einen Flohmarkt vor der Kirche zu veranstalten, wurde ein erfolgreiches Modell gestartet. Seitdem gehört Ute Kubatschka zum Flohmarktteam, das während einer Woche Sachen entgegennimmt, vorsortiert und am Samstag dann auch verkauft. Der Erlös des Flohmarktes wird einem „guten Zweck“ zugeführt.

Ute Kubatschka hat immer schon über den Tellerrand hinausgeschaut. 1984 war sie Gründungsmitglied des Marie-Schlei-Vereins. Der Marie-Schlei-Verein fördert Frauen in Entwicklungsländern und setzt ihr Recht auf Bildung durch. Bildung von Frauen und Mädchen ist ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Über den Zugang zu Bildung und Ausbildung erkennen die Frauen ihren Wert. Sie entdecken, dass ihre Person und ihre Arbeit für die Entwicklung ihrer Familie, ihres Dorfes, ja ihres Landes wichtig sind. Sie entwickeln ein anderes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Die meisten der Frauen sind bereit, dafür hart zu arbeiten. Der Verein baut seine Arbeit auf Mitgliedsbeiträge plus Spenden und daraus resultierenden Zuschüssen auf. Eine Arbeit die Ute Kubatschka nach wie vor gerne und aktiv unterstützt.

In diesen Bereich gehört auch der faire Handel mit den Erzeugnissen aus den Entwicklungsländern. Seit vielen Jahren hilft Ute Kubatchka beim Verkauf der Produkte aus dem 1 Welt Laden am Stand beim Christkindlmarkt.

Seit der Gründung ist Ute Kubatschka auch heute noch ehrenamtlich tätig im Netzwerk für Migration und Integration und im Migrationsbeirat. Ebenso im Fauennetzwerk, wo sie immer noch ihr Erfahrungen mit einbringt.

Politisch tätig ist Ute Kubatschka aktuell in Landshut im SPD-Unterbezirksvorstand und im Vorstand der AG SPD 60 plus. Im Bezirk Niederbayern ist sie Pressesprecherin der AG SPD 60 plus und im Vorstand der AG Selbst Aktiv.

Für ihre unermüdlich ehrenamtliche Arbeit in der SPD wurde Ute Kubatschka die höchste Auszeichnung der Bayern SPD, die Vollmar-Medaille, verliehen.

 

 

 
 

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