HISTORISCHE SPLITTER 100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT

Gleichstellung

Das Frauenwahlrecht war die zentrale politische Forderung der proletarischen Frauenbewegung im  19. Jahrhundert. Am 12. November verkündete die SPD­geführte Provisorische Reichsregierung rechtsverbindlich das Frauenwahlrecht auf Reichsebene.

 

Der Sozialdemokrat Kurt Eisner hatte zwar schon in der Nacht zum 8. November das Frauenwahlrecht verkündet, das war aber nur eine Absichtserklärung. Rechtlich verbindlich führte der Freistaat Bayern das Frauenwahlrecht am 5. Dezember 1918 ein. Doch bis dahin war es ein weiter und steiniger Weg, denn Frauen konnten sich dieses Recht nur durch beharrliche Überzeugungsarbeit erkämpfen. Die bürgerliche Frauenbewegung unterstützte die Forderung nach dem Stimmrecht für Frauen nicht.  Für sie standen die Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten und eine Reform des Ehe- und Familienrechts im Mittelpunkt der Arbeit. So glaubten sie, die Situation von Frauen grundlegend verändern zu können.

Für die proletarische Frauenbewegung hingegen war das Mitspracherecht in politischen Angelegenheiten der entscheidende Schritt zur Überwindung des Klassenstaates und damit zur Befreiung der Frau. Deshalb forderten die Genossinnen das Frauenwahlrecht.

 

Nach langen, intensiven Debatten wurde das Frauenstimmrecht 1891 offiziell ins Parteiprogramm der SPD aufgenommen. Ab 1895 forderte die SPD im Reichstag und im bayerischen Landtag immer wieder das Frauenwahlrecht. Immer wieder lehnten die anderen Fraktionen politische Mitspracherechte für Frauen ab. Die SPD blieb im Kaiserreich  die einzige Partei, die sich für das Frauenwalrecht einsetzte!

 

Tatsächlich zur Wahl gehen durften Frauen dann  erst 1919. In Bayern am 12. Januar 1919, wobei nur 8 Frauen (= 4,4 %) in den Landtag gewählt wurden.  Am 19. Januar 1919 durften Frauen zum 1. Mal an einer Reichstagswahl teilnehmen. Auch hier war das Ergebnis enttäuschend: von 300 kandidierenden Frauen wurden 37 gewählt. Damit waren nur 8,7 %  der 423 Abgeordneten weiblich. Auch heute noch  sind Frauen in den Parlamenten unterrepräsentiert –  deshalb setzen wir uns ein für PARITÄT.

 

ASF Bayern  (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen)

 

 
 

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